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ein Artikel und viele weitere Bilder auf der Seite der Stadt Chojnice:

Danzig: Krantor
Sopot: baden?
Chojnice
Besuch einer Töpferei
Zuschauer...
Stand des Städtepartnerschaftsvereins
Stand des Städtepartnerschaftsvereins
Chojnicer Schützen
Gruppe „Knalleffekt“
Freundschaftsspiel
ein Fan
„Evening Party“
Dieter Michel
Flohmarkt
Tucheler Heide
Kutschfahrt

23.-27.06.2011: Busfahrt zu den Chojnice-Tagen 2011

ein Reisebericht

Die diesjährige Fahrt des Städtepartnerschaftsvereins stand ganz im Zeichen des 20jährigen Bestehens des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrages, der am 17. Juni 1991 unterzeichnet wurde. Emsdetten braucht sich nicht zu verstecken und kann immerhin auf 15 Jahre Städtepartnerschaft Emsdetten – Chojnice zurückblicken und wenn Frau Merkel davon spricht, wie viele Projekte sie noch in Polen verwirklichen möchte, können wir antworten, dass eines davon in Emsdetten bzw. Chojnice – zumindest im Kleinen – schon läuft.

Empfang im Rathaus-Sitzungssaal

Die Busfahrt nach Chojnice nahm pünktlich um 5 Uhr morgens ab Hengelo Platz ihren Lauf. Mitgekommen waren 21 Bürgerinnen und Bürger aus Emsdetten sowie zusätzlich eine offizielle Delegation der Stadt Emsdetten (Marita Haude, stell­ver­tretende Bürger­meisterin, Klaus Osterholt, Beige­ordneter Stadtamt, Waltraud und Manfred Buchmann, Dolmetscher). Mit im Bus waren die Band „Knalleffekt“ aus dem Grotthoff-Dahlmann-Stift aus Emsdetten mit ihren Betreu­ern, eine junge Metalband „BLACK BLOOD“ aus Ems­detten und vier junge Teilnehmer aus Hengelo, die vor Ort in Chojnice Kontakt zu Jugendlichen haben, um dort die Gründung eines Jugendzentrums zu unterstützen. Die ju­gend­liche Band und die weiteren ju­gend­li­chen Reise­teil­nehmer waren eine große Berei­cherung für die Reisegruppe.

Nach anfänglichen Staus ging es nach Berlin ruhig weiter, da auch in Polen ein Feiertag war. Am Wegesrand konnte man vereinzelt noch reich geschmückte Altare von der Fron­leich­nam­pro­zession sehen. Ein schöner (unbewusster) Empfang.

Trotz der späten Ankunft um 18.30 Uhr und der schnellen Aufteilung auf die Gast­familien bzw. Hotels erfolgte wenig später die Be­grüßung durch den Bür­ger­mei­ster Finster. Ganz besonders begrüßte er die stell­ver­tre­tende Bürger­meisterin aus Ems­detten, den Städte­part­ner­schafts­ver­ein aus Ems­detten und Chojnice, den Ehren­bürger der Stadt Chojnice und den Bei­geord­neten Klaus Oster­holt. Er drückte sein Bedauern und Beileid über den Tod von Ernst Wixmerten aus und kündigte für die offizielle Eröffnung der Choj­nice Ta­ge eine Schweige­minute an. Auch sei am Sonntag eine Messe ihm zu Ehren geplant. Bürger­meister Finster stellte kurz das Pro­gramm der Choj­nice-Tage vor und wies auch auf die weiteren Dele­gationen der Partner­städte aus Weiß­russland und der Ukraine hin.

Marita Haude bedankte sich für den schönen Empfang am Flughafen. Sie bedankte sich schon im Vorfeld für das ideen­reiche Programm und auch für die geplante Messe des verstorbenen Ernst Wixmerten.

Bürgermeister Finster begrüßte alle Anwesenden per Hand­schlag, wünschte ihnen einen schönen Aufenthalt und lud sie ein, noch gemütlich im Rathaus bei Kaffee und Kuchen eine zeit lang zu verweilen.

Der neue Vorstand des Städtepartnerschaftsvereins hatte sich große Mühe gegeben, die Chojnice-Tage gut vorzubereiten und perfekt zu organisieren. Ein wichtiger Schwerpunkt war ihm, den Emsdettenern die schöne und vielfältige Natur von Chojnice zu zeigen. Wirklich gelungen war aber auch, dass neben den deutschen Gästen, auch die Mit­glieder der pol­nischen Gast­fami­lien und weitere Vereins­mit­glieder an den Programm­punkten teil­nahmen sowie auch Mit­glieder der Dele­gationen aus der Ukraine und Weißrussland.

„So schön habe ich es mir nicht vorgestellt“ war der Ausspruch eines Teilnehmers, der zum ersten Mal in Danzig war. Ja, beein­druckend war Danzig für alle, auch für die, die schon öfter dort waren, wie eine fast vollständig zerstörte Stadt in dieser Größe so aufwändig, so liebevoll, rekonstruiert werden konnte. Der Freitag (24. Juni) war der Besichtigung von Danzig (Gdańsk) und Sopot mit seinem schönen Sandstrand an der Ostsee und Gdynia gewidmet.

Der Freitag abend stand allen Teilnehmern zur freien Verfügung. Ein Teil der Gruppe besichtigte eine Töpferei, wo alles noch in Handarbeit gefertigt wird. Hier konnten wir erfahren, dass – wie es auch in Deutschland der Fall ist – die Zahl der Hand­ar­beits­be­triebe entschieden zurück­gegangen ist. Und viele Töpfer­familien ihr Handwerk aufgeben mussten.

Eröffnung der Chojnice-Tage

Vor der offiziellen Begrüßung am Samstag (25. Juni) eröffneten die Kinder des Kindergartens Nr. 9 mit ihrer Leiterin die Chojnice-Tage mit einer einzigartigen musikalischen Einlage. Mit drei Salutschüssen aus der Kanone wurden die Tage städtisch eröffnet.

Es folgten die Begrüßungen der ausländischen Delegationen und zwar die der stellvertretenden Bürgermeisterin aus Emsdetten, Deutschland, Marita Haude, Ratsvorsitzender des Kreises Korsu´n Szewczenkowski, Ukraine, Wlodimir Raboszapka, Stellvertretender Bürgermeister der Stadt Mosyr, Weißrussland, Siergiej Dyluk.

Bürgermeister Finster begrüßte nun alle Bürgerinnen und Bürger, insbesondere die ausländischen Delegationen der Städtepartnerschaften aus der Ukraine, Weißrussland und Deutschland. Er wies auf den seit 20 Jahren bestehenden Vertrag der deutsch-polnischen Freundschaft hin. Freundschaft beruhe für ihn auf das Vorhandensein direkter Kontakte. Und das erreiche man durch Städtepartnerschaften. Er verwies auf das gemeinsame Europa und gab einen Ausblick auf den EU-Ratsvorsitz von Polen.

Während der Eröffnungsrede sprach Finster auch die bevorstehende Fußball-Euro­pa­mei­ster­schaft 2012 in Polen an, die von Polen und der Ukraine gemeinsam ausgerichtet wird. In diesem Zusammenhang kam es zu der spontanen Idee, Testspiele in Form eines Kickerturniers zwischen den vier anwesenden Ländern (Polen, Ukraine, Deutschland und Weiß­russland) durchzuführen. Bei strahlendem Sonnenschein und vielen Besuchern fand abends das Turnier statt. Deutschland holte den 3. Platz.

Finster sprach schließlich ausführlich über die Verdienste von Ernst Wixmerten hinsichtlich der Stadt Chojnice und bat alle Anwesenden um eine Schweigeminute.

Nachmittags um 14.00 Uhr war der Auftritt der Emsdettener Gruppe „Knalleffekt“. Alles Mitglieder aus dem Grotthoff Dahlmann Stift, der sich auch die Delegation aus Hengelo angeschlossen hatte. Die Gruppe war bereits am Freitag Nachmittag aufgetreten. Für die Band „Knalleffekt“ war es nicht nur der erste Auslandsbesuch, sondern auch das erste Aus­ands­konzert mit Auftritt auf einer großen Open-Air-Bühne (und natürlich später noch mit Auftritten in den Diskotheken in Chojnice). Einfach Spitze!

Ebenfalls nachmittags trat Dieter Michel mit der Dieter Michel Band aus Chojnice (Dieter Michel aus Emsdetten gründete in Chojnice die Bigband „Dieter Michel Band“) auf.

„Evening Party“

Der Städtepartnerschaftsverein Chojnice hatte für Samstag abend (25. Juni) ab 21 Uhr eine „Evening Party“ – einen internationalen Kultur- und Musikabend für die Bewohner von Chojnice und die Gäste aus Emsdetten, Korsun Szewczenkowski und Mozyr organisiert. Das alles zugunsten der Finanzierung der Jugendwoche von Jugendlichen aus Chojnice im Juli in Emsdetten. Es war ein gelungener Abend mit einem feierlichen Abendessen. Es gab traditionelle polnische Gerichte, angefangen von „weißer Suppe mit Ei“, gefüllte Schnitzel, gefüllte Flügel, Kaschubische Salate, Fischfilet in Aspik und vieles mehr, sowie Getränken. Es gab Musik aus aller Welt geleitet von DJ Tomek. Außerdem spielte die Dieter-Michel-Band. Des weiteren: Losverkauf (jeder gewinnt) und natürlich Tanz bis spät in die Nacht.

Am Sonntag morgen (26. Juni) um 9 Uhr fand zu Ehren des verstorbenen Vorstandsmitgliedes Ernst Wixmerten aus dem Partnerschaftsverein Emsdetten ein Gedenkgottesdienst in der Basilica in Chojnice statt. Dieter Michel fand mit einem Trompetensolo das richtige Gefühl für die Trauer der Anwesenden. In der überfüllten Kirche würdigte der Pastor zu Beginn des Gottesdienstes ausführlich die Verdienste von Ernst Wixmerten für die Stadt Chojnice. Selbstverständlich wurde diese Rede für die deutschen Teilnehmer von Waldtraud Buchmann übersetzt. Auch in den späteren Fürbitten wurde eigens noch einmal für Ernst Wixmerten eine Fürbitte gesprochen.

Sonntag nachmittag konnte man wahlweise an einer mehrstündigen Kanufahrt oder Kutschfahrt durch ein ausgedehntes Wald- bzw. Seengebiet teilnehmen. Und so mehrere Stunden etwas von der vielfältigen Landschaft erfahren.

Abschied am frühen Morgen

Auch in diesem Jahr hatte die Emsdettener Delegation wieder einen Stand auf dem Johannismarkt. Zum einen lag In­for­mat­ionsma­terial über die Stadt Emsdetten und den Part­ner­schafts­ver­ein aus. Zum anderen konnten gegen eine kleine freiwillige Spende Klei­dungs­stücke (T-Shirts und Kappen) erworben werden. Zu bestimmten Tages­zeiten wurde der Stand regelrecht belagert. Erstaun­lich war auch, dass etliche Jugend­liche den Stand besuchten und uns auf Deutsch ansprachen. Großen Anklang fand am Sonntag auch eine Blaudruckaktion am Stand. Mitglieder des Partnerschaftsvereins aus Emsdetten und sehr engagierte Mütter des Kindergartens Nr. 9 aus Chojnice halfen am Samstag und Sonntag am Stand mit, machten auf die Spen­den­aktion auf­merk­sam und hatten viel Spaß dabei. Und schließlich brachte die Spendenaktion rund 1.200 Złoty ein. Für diesen Betrag kann sich der Kindergarten einen Extrawunsch erfüllen, in diesem Jahr eine neue Schaukel. Der Einsatz hat sich also gelohnt. Aber nicht nur finanziell. Trotz Sprach­bar­rieren hat man sich gut ver­standen und etwas für die gemeinsame Sache getan. Kontakte geknüpft. Freund­schaft gepflegt.

Wie immer fiel der Abschied am Montag morgen (27. Juni) schwer. Aber die deutschen Teilnehmer freuen sich schon auf den Emsdettener September und den damit verbundenen Gegen­besuch des Städ­te­partner­schafts­ver­eins aus Chojnice.

Immer wieder muss die große Gastfreundschaft der Polen betont werden, es ist ihnen wichtig, dass es uns bei ihnen gut geht.