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9.-11.12.2016: Weihnachtsmarkt Chojnice im Aufwind

Städtepartnerschaftsverein Emsdetten ist wieder mit dabei

Andrang am Waffelstand des Städtepartnerschaftsverein

Adventliche Stimmung auf dem schönen Marktplatz in Chojnice. Jahr für Jahr hat sich der inzwischen 9. Weihnachtsmarkt (IX Jarmark Bożonarodzeniowy w Chojnicach) größer und schöner entwickelt. Geplant und organisiert vom Verkehrsverein Chojnice konnten private Verkäufer, aber auch viele Vereine, ihre Produkte anbieten. Allerlei regionale Köstlichkeiten gab es zu probieren: Wurstspezialitäten, verschiedenste Sorten Käse, Brot, Schmalz“stullen“, Gurken, Fisch, Piroggen, Gebäck und vieles andere mehr. Daneben gab es selbst geschneiderte Stoffartikel für Kinder, Spielzeug, selbst gezogene Kerzen, Tiffanifiguren, Töpfereiartikel und Korbsachen. Und nicht zuletzt mit dabei ein Stand aus Emsdetten mit selbst gebackenen Waffeln.

Am vergangenen Donnerstag waren zwei Mitglieder des Städtepartnerschaftsvereins Emsdetten mit dem Zug nach Chojnice gereist, um auf dem dortigen Weihnachtsmarkt präsent zu sein. Der stellvertretende Bürgermeister Edward Pietrzyk freute sich über die Ankunft der Gäste aus Emsdetten und lud sie zusammen mit Mitgliedern des Städtepartnerschaftsvereins Chojnice zu Kaffee und Plätzchen ins Rathaus ein.

Im Auftrag von Bürgermeister Moenikes überbrachte Brigitte Lohmann die schriftliche Einladung zum Neujahrsempfang in Emsdetten und richtete herzliche Grüße aus. Christian Erfling, Städtepartnerschaftsvereinsvorsitzender, hatte eine Menge Weihnachtskarten unterschrieben und zur Verteilung bei und in der Stadt Chojnice mitgegeben.

Im Zusammenhang mit dem Neujahrsempfang erinnerte sich Bürgermeister Pietrzyk an das Interview zur politischen Situation in Polen, das er dem Städtepartnerschaftsverein im Januar gegeben hatte. Inzwischen, so Pietrzyk, betrachte auch er die Entwicklung in Polen mit großer Sorge.

Die „große“ Regierung in Warschau plane noch viele nicht geahnte „große Dinge“. Viele aus seiner Sicht falsche Beschlüsse würden gefasst. Mit Geld wie z.B. die Erhöhung des Kindergeldes habe man schon einen Teil der Menschen in Polen regelrecht gekauft. Nunmehr werden Zug um Zug die Renten verkleinert (er würde sich nicht wundern, wenn es bald zu einer Einheitsrente käme), eine Erhöhung von Versicherungsbeiträgen sei geplant, der Wechselkurs sei viel schlechter geworden und das Schulsystem ändere sich zur Zeit seiner Meinung eher rückwärts statt vorwärts.

Die Stadt Chojnice sei von all dem nur indirekt betroffen, z.B. was die Änderung des Schulsystems angeht.

Ansonsten gab es viel positives Neues zu berichten: Endlich würde der Bahnhof in Chojnice renoviert werden. Zu den Gleisen und zum Busbahnhof würde es künftig eine Unterführung geben, so dass alle Stellen innerhalb von 3 bis 4 Minuten erreicht werden. Auch das Restaurant, die Gleise, die Bahnsteige würden erneuert. Diese Renovierung koste etwa 48 Millionen Złoty. In wenigen Tagen unterzeichne Bürgermeister Finster in Danzig den Vertrag, der die Übernahme des Chojnicer Bahnhofes durch die Stadt Chojnice besiegele. Darauf könne man stolz sein.

Das Kulturzentrum befindet sich ebenfalls in der Renovierung, die stetig voranschreite. Das Gelände, auf dem sich das Kulturzentrum befindet, ist der ca. 200 Jahre alte evangelische Friedhof, der überbaut wurde. Im Zuge der Baumaßnahmen fand man jedoch noch viele Überreste. Unter archäologischer Aufsicht würden jetzt die vielen Ausgrabungen gesammelt. Für das Frühjahr 2017 ist eine feierliche Bestattung geplant.

Insgesamt gibt es ein großes Bauprogramm. Über 40 Straßen würden saniert werden, teilweise auch völlig neu aufgebaut. Dort, wo es möglich ist, sind Radwege geplant.

Manch einer, sagte Bürgermeister Pietrzyk, denkt jetzt an die vielen Baumaßnahmen in Emsdetten, insbesondere die Baumaßnahme Emsdettener Bahnhof. Das wäre auch sicherlich richtig.

In den Partnerstädten von Weißrußland und Ukraine denke man das gleiche über Chojnice und sehen sie als Vorreiter der Entwicklung an.

Jetzt kam Pietrzyk auch auf die Situation in den Partnerländern zu sprechen und erwähnte das Dekommunisierungsgesetz in der Ukraine. Die Umbennung von Straßen wie z.B. der „Leninstraße“, ebenso die Umbenunng von Ortschaften und die Zerstörung von Denkmälern seien seiner Meinung nach Unsinn. Er finde, Geschichte müsse aber Geschichte bleiben und das könne man auch ruhig sehen.

In diesem Zusammenhang sagte er aber auch, dass in Polen eine ähnliche Entwicklung stattgefunden habe. Es würde ihn nicht überraschen, wenn es in kurzer Zeit in jeder Stadt eine Kaczinsky Straße gäbe.

Auch auf den Sport in Chojnice kam Pietrzyk zu sprechen. Der Fußballklub MKS Chojniczanka Chojnice habe jetzt den 1. Platz in der 1. Liga. Es gibt nur noch eine Klasse darüber, die Extraklasse. Allerdings, so Pietrzyk schmunzelnd, wenn es dazu käme, müsse man eine Rasenheizung anschaffen.

Ganz zuletzt wünschte er den Emsdettenern einen guten Erfolg für ihre Waffelbäckerei auf dem Weihnachtsmarkt Chojnice.

ein festliches Abendessen zum Abschluß

Trotz Regen an allen Tagen konnte sich der Städtepartnerschaftsverein Emsdetten über Zulauf am Stand nicht beklagen. Ganz zielstrebig steuerten viele Chojnicer den Stand an und kauften frisch gebackene Waffeln, manchmal gleich 4 oder gar 6 Stück für die heimische Kaffeetafel. Daneben gab es eine Weihnachtskarte aus Emsdetten und kleine Süßigkeiten aus Deutschland für die Kinder. Ohne die große Hilfe, die der Städtepartnerschaftsvereins Chojnice organisiert hatte, wäre der Andrang von Bernhard Bruch und Brigitte Lohmann aus Emsdetten nicht zu bewältigen gewesen. Alle zwei bis drei Stunden welchselte sozusagen das „Personal“ am Stand und half, sich mit den Bürgern aus der Partnerstadt zu verständigen. Besonders schön war, dass der Verein in Chojnice auch einige neue Mitglieder gewinnen konnte, die ebenfalls schon hohen Einsatz zeigten. Bermerkenswert: einige jüngere Leute sind dazu gestossen, die sehr engagiert sind und Ideen haben.

Der Erlös aus dem Waffelverkauf kommt sozialen Projekten des Städtepartnerschaftsvereins Emsdetten zu Gute.

An jeder Ecke und bei jeder Hütte wurde beim Aufbau der Stände und zwischendurch geholfen. Immer wieder gab es Ansagen von Roman Guzelag, dem Leiter des dortigen Verkehrsvereins, welche Stände welche Spezialitäten anbieten. Auf der Bühne am Markt gab es alle drei Tage (Freitag bis Sonntag) kurzweilige Programmpunkte. Schulklassen, Vereine, Musikgruppen, darunter auch die „Purtkis“ und die Big Band Chojnice (Emsdettenern gut bekannt) führten spielten, tanzten und sangen Weihnachtslieder. Ja, auch in den Händen des Verkehrsvereins Chojnice waren sowohl Chojnicer als auch Emsdettener gut aufgehoben.

Am Samstag mittag gab es von dem Ratsmitglied Leszek Peplinski, wie in jedem Jahr, ein gespendetes Mittagessen für alle. In diesem Jahr gab es zum symbolischen Preis von 1 Złoty eine leckere Pilzsuppe.

Bei einem gemütlichen Abendessen am Sonntag klang für die Mitglieder der Städtepartnerschaftsvereine Emsdetten und Chojnice der Abend in einer privaten Wohnung aus. Zwei Frauen hatten den ganzen Sonntag über gekocht und gebacken, um alle Helfer wirklich großzügig zu bewirten. Reichlich polnische Spezialitäten wie Zurek, Bigosz, Wurst, viele Salate, Fisch in Aspik, mit Pilzen gefüllte Rouladen und zum Schluß auch noch Kuchen machten die Auswahl schwer.

Wieder einmal eine gelungene Partnerschaftsaktivität.