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Auf der Stadt Ems­det­ten gibt es die Re­de von Bür­ger­mei­ster Moenikes

Presseecho

alles detten online-magazin berichtet am 19.09.2016 über den
RABOTHEATER
HENGELO

zum Stück:

Johan Willem Friso erbte den Ti­tel des Prin­zen von Ora­nien. Doch die­ser Ti­tel wur­de ihm von dem Fran­zo­sen Louis de Bor­bon-Conti und Wil­liam, Vet­ter Frie­drich des I. von Preußen, strei­tig gemacht.

Johan Willem Friso nahm als Ge­ne­ral im Erb­fol­ge­krieg teil. Bei der Schlacht von Mal­pla­quet am 11. Sep­tem­ber 1709 gab es ein Miss­ver­ständ­nis zwi­schen ihm und dem bri­ti­schen Kom­man­dan­ten, John Chur­chill. Auf­grund die­ses Miß­ver­ständ­nis­ses ver­lo­ren viele tau­send Hol­län­der ihr Le­ben in einer blu­ti­gen Schlacht.

vetera­nen­dag

ein jähr­li­ches na­tio­na­les Er­eig­nis, bei dem die Nie­der­lande ih­ren mehr als 117.000 Ve­te­ra­nen dankt, die im Dienst des Frie­dens, jetzt und in der Ver­gan­gen­heit ein­gesetzt wurden.

16.09.2016: Empfang in Hengelo

Urkundenerneuerung (25 Jahre Städtepartnerschaft Emsdetten – Hengelo) der Partnerschaftsurkunden

Nein, sagte Bürgermeister Sander Schelberg aus Hengelo, „Hengeloer Busreisen“ haben wir leider noch nicht, als er die Delegation aus Emsdetten, die mit dem Unternehmen „Emsdettener Busreisen“ angereist war, am 16. September in Hengelo begrüßte.

im Aufenthaltsraum der AVO

Aus Anlass des 25jährigen Jubiläum der Städtepartnerschaft Emsdetten – Hengelo waren Bürgermeister Moenikes, Mitarbeiter aus dem Rathaus, zahlreiche Ratsmitglieder und Mitglieder des Städtepartnerschaftsvereins angereist. Am Abend sollte die Urkunde der Partnerschaft in einem kleinen Festakt erneuert werden. Bürgermeister Schelberg und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hatten akribisch und voller Elan ein umfangreiches Programm für die Emsdettener vorbereitet:

Angekommen um 17:00 Uhr an der AVO (Betreuungsort für Flüchtlinge), Havezatenlaan in Hengelo, standen die Organisatoren, allen voran Bürgermeister Schelberg, Herr Bron, Fraktionsmitglieder und Mitarbeiter der Stadtverwaltung Hengelo, sozusagen Spalier und begrüßten die Gäste aus Emsdetten mit Handschlag. Im Empfang des Hauses erhielt jeder Gast ein Namensschildchen mit den Logos der beiden Städte. Im Gastraum waren die Tische gedeckt und ein umfangreiches Buffet erwartete die Besucher.

Doch zunächst hieß Herr Schelberg die Gäste herzlich willkommen und berichtete, dass Emsdettener sich heute diese Unterkunft für Flüchtlinge ansehen können. Ein ehemaliges Pflegeheim bietet für insgesamt 250 Flüchtlinge Raum, zur Zeit seien es allerdings nur noch 144 Personen. Alle Bewohner haben den Status frei und anerkannt zu sein. Alle Bewohner des Hauses sagen, dass sie schöne Räumlichkeiten haben, so Schelberg. Er bedankte sich bei dem Vorbereitungsteam und besonders bei den Bewohnern (Flüchtlingen) für die Organisation und das großartige Essen, das für die Emsdettener gekocht wurde. Er versprach allen, dass es ein „toller“ Abend wird.

Bürgermeister Moenikes bedankte sich herzlich für den besonderen Empfang und das schöne und umfang­reich arrangierte Buffet und sagte, „wat de buur nich kennt, dat frett he nich“, das stimmt nicht und gilt heute Abend ganz bestimmt nicht. Es wird (sinngemäß) gegessen, was gekocht wurde.

Das Buffet wurde von Sander Schelberg eröffnet und gern griffen alle Besucher zu und ließen sich von den vielen auslän­dischen Köst­lich­keiten verführen: Suppe, Rind­fleisch, Hühner­fleisch, Reis, Linsen und vieles andere mehr einmal ganz anders zubereitet als wir es kennen.

Bürgermeister Moenikes mit Bürgermeister Schelberg (rechts)

Während des Essens bekamen die Emsdettener (gruppenweise) die Gelegen­heit, die Unter­kunft zu besichtigen. Die Zimmer waren allesamt zweck­mäßig einge­richtet und bieten Platz für 2 bis 3 Flücht­linge pro Zimmer. Die gewisse Enge kann aber ausge­glichen werden, durch die zahl­reichen weiteren Aufenthalts­möglich­keiten wie Großküche, Außen­anlagen, Spiel­räume für Kinder, Computer­räume als Lern­räume zum Erlernen der Sprache, auch eine Gesund­heits­station war im Haus.

Ein Mitarbeiter der Stadtverwaltung berichtete umfassend über die Struk­turen in den Nieder­landen, was die Unterkünfte und Unter­bringung von Flücht­lingen und Asylanten in den Nieder­landen betrifft, dass es seit 2015 Unterkünfte für Flüchtlinge in Hengelo gibt. Die meisten Flüchtlinge kommen aus Syrien, dem Irak und Eritrea. Zunächst gab es Notunter­künfte in Sport­hallen, jetzt sei man glücklich über dieses ehemalige Pflege­heim.In der Innenstadt gibt es auch noch eine Unterkunft für 135 Personen. Er berichtete weiter, dass in Absprache mit der Regierung in Den Haag die Krisenunterkünfte nach und nach abgeschafft werden sollen. Ziel sei es, für die Flüchtlinge ganz normale Wohnungen zu finden, was allerdings nicht einfach sei. Wenn die Flüchtlinge als Asylsuchende ihre Anerkennung haben, können sie sich einen Wohnort und auch eine (Religions)gemeinde aussuchen. In Hengelo gibt es z.B. eine syrisch-orthodoxe Gemeinde.

Ergänzend sagte Bürgermeister Schelberg, dass in den Niederlanden vieles ganz anders als in Deutschland wäre. Die Flüchtlinge würden von der COA (Zentralen Auffangstelle für Asylsuchende) auf die Städte verteilt. Die COA zahlt die Unterkunft, das Personal, die Verpflegung, ein Taschengeld und die medizinische Betreuung.

Die Organisation selbst übernimmt dann die jeweilige Gemeinde. Mit der weiteren Organisation sind Freiwillige befasst. Manchmal, so Schelberg, habe man mehr Freiwillige als Bewohner. Alle kümmern sich um die Asylbewerber, die Freiwilligen, die Bibliothek, die Sportvereine u. a. Auch die Nachbarschaft habe sich mit den ausländischen Menschen arrangiert, es gäbe keine Konflikte. Schließlich sagte er, dass auch die 14 Gemeinden in Twente in Sachen Flüchtlingsarbeit eng zusammenarbeiten. Es würde vernünftig gesprochen, alle Unternehmungen sollen für alle transparent sein.

Es wurde deutlich gemacht, dass die Unterbringung der Flüchtlinge natürlich viele andere Dinge nach sich zieht: Das Erlernen der niederländischen Sprache ist der Schlüssel zur Integration. Hier im Haus fänden auch Sprachkurse in einem Computerraum statt. Die Einteilung erfolgt nach verschiedenen Levels A, B und C, je nachdem welche Vorkenntnisse der Asylant hat. Bei den Kindern sei es am einfachsten. Sie besuchen zunächst eine Vorschule und werden schließlich in die Schulen integriert.

Aber, so sein Fazit: Frau Merkel habe gesagt, „wir schaffen das“ und wir Hengeloer haben es geschafft.

Das war das Schlagwort für Bürgermeister Moenikes, der betonte, „wir in Emsdetten haben es auch geschafft“. Zwar würde die Politik von oben nach unten bestimmen, wie es in den Gemeinden laufen soll, und Absprache läuft da schon mal gar nicht, denn danach würden die Gemeinden aber mit der kompletten Arbeit allein gelassen. Moenikes sagte ganz eindringlich, „wenn wir in Europa das nicht schaffen würden, wer soll es denn dann schaffen“. Er griff in seinen Worten aber auch das Land Polen heraus und drückte sein Unverständnis und seine Betroffenheit darüber aus, dass so ein christliches Land wie Polen keine Flüchtlinge aufnähme. „Uns geht es gut, und da können wir etwas abgeben“.

Etwa um 18.45 Uhr machten sich Hengeloer und Emsdettener auf und fuhren zum Rabotheater in die Innenstadt. In dem Café des Theaters gaben Bürgermeister Schelberg und Bürgermeister Moenikes einen Überblick über die 25jährige Partnerschaft der beiden Städte.

Bürgermeister Moenikes ging auf die gewachsene Städtepartnerschaft zwischen Emsdetten und Hengelo ein und sagte nachdrücklich, dass die Gräben – auch aufgrund der dunklen deutschen Geschichte – noch lange nicht „geschlossen“ seien. Immer wieder müsse man Brücken bauen und dürfe darin nicht nachlassen. Alle Bürger sind aufgerufen, etwas zu tun, um die Partnerschaft und die Völkerverständigung zu festigen. Er begrüßte bei dieser Gelegenheit auch den Städtepartnerschaftsverein Emsdetten, der mit vielen Aktivitäten dazu beiträgt.

Gemeinsam lasen die Bürgermeister Schelberg und Moenikes in Absätzen – je auf niederländisch bzw. deutsch – die von Herrn Osterholt enthüllte Urkunde vor. Mit ihren Unterschriften wurde die Erneuerung der Urkunde besiegelt.

Es muss von den Menschen kommen, der Einsatz für die Solidarität und den internationalen Frieden, sagte Schelberg.

Damit war der Festakt aber noch nicht zu Ende. Bürgermeister Schelberg bat Peter Ullrich, den 2. Vorsitzenden des Städtepartnerschaftsverein und Vorstandsmitglied der Rockinitiative zu sich. Seit 2006 habe sich Peter Ullrich (PU, so war seine Redewendung) intensiv in die Städtepartnerschaft zwischen beiden Städten eingebracht. Er hat versucht, den Jugendlichen den europäischen Gedanken zu vermitteln. Das ginge sehr gut über die Musik. PU habe es geschafft, Jugendliche aus den drei Partnerstädten zusammen zu bringen und gemeinsame Musikevents, Workshops und Treffen zu organisieren. Darüber hinaus hat er auch dafür gesorgt, dass das Kamak Theater Hengelo auch in Emsdetten bekannt wurde. Zudem sei er Volunteer beim BAM Festival.

Aufgrund all dem verlieh er Peter Ullrich die Niverbij aus Hengelo, eine silberne Ehrennadel für das Ehrenamt in Hengelo, dass am heutigen Abend erstmals ein „Ausländer“ erhält.

Die Anwesenden gratulierten Peter Ullrich: „Du hast den Niverbij verdient!“ (siehe auch den eigenen Artikel Hengelos „De Nijverbij“ für Peter Ullrich)

Alle Gäste trugen sich in das Goldene Buch der Stadt Hengelo ein.

Für 20 Uhr waren die Gäste aus Emsdetten zu einem Konzert im Zusammenhang mit dem Veteranentag (siehe Kasten rechts) im inzwischen voll besetzten! Rabo Theater eingeladen. Die königlich militärische Kapelle „Johan Willem Friso“, die zum ersten Mal in Hengelo spielte, überzeugte in einem großen Bogen verschiedenster Stücke die Gäste. Unterlegt wurden die Musikstücke durch Videopräsentationen was den Aufbau und die internationale Zusammenarbeit der Streitkräfte angeht und durch aufklärende Sprach-Texte.